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Rezensionen

Norbert Neumann: Das Geburtstrauma. Eine osteopathische Betrachtung

Buchbesprechung aus „Osteopathische Medizin“, Heft 1/13
 

Norbert Neumann ist seit 25 Jahren „dabei“ und somit einer der „Alten Hasen“ in der osteopathischen Landschaft Deutschlands. In seinem aktuellen Buch geht der Autor auf 125 Seiten auf verschiedene Entwicklungs- und Geburtstraumata ein, ausgehend von der embryologischen und frühkindlichen Entwicklung aus osteopathischer Sicht. Begleitung der Mutter während der Schwangerschaft, Erleben des Ungeborenen im Mutterleib, prä-, peri- und postnatale Traumata sind die Hauptthemen des Buches.

 

Das Ziel, in einer Übersicht anhand von Fallbeispielen und Abbildung kurz und prägnant eigene Erfahrungen und Anschauungen sowie Techniken weiterzugeben, wird voll erreicht. Die Abbildungen und Fotos sind durchweg gut verständlich und klar. Der Autor geht auf nahezu alle wichtigen Aspekte zum Thema Geburt ein und liefert eine schöne und prägnante Übersicht zu einem komplexen Thema. Besonders wertvoll ist auch der Anhang mit tabellarischer Übersicht über die wichtigsten Entwicklungsschritte des Kindes sowie ihre Untersuchung.

 

Fast alle Aspekte sind konkret nachzuvollziehen und umsetzbar, im Einzelfall machen sie so neugierig, dass man sich eine genauere Erklärung wünschen würde; das würde aber den Rahmen eines Übersichtswerkes sprengen. So steht beispielsweise auf Seite 40: „Bei den meisten  Schwangeren zieht das Herz viel Energie vom Schädel ab, was oft zu einer leichten Schwangerschaftsdemenz führt“. Wie meint der Autor das, was passiert da? Ich werde aber sofort versuchen, ob ich das mal palpieren kann, evtl. hat er ja sogar Recht.

 

Man merkt deutlich, dass Norbert Neumann ein erfahrener Osteopath ist und entdeckt gerade zwischen den Zeilen immer neue Aspekte, Anregungen und Tipps für die eigene Praxis. Sehr schön! Das Buch werde ich ins Wartezimmer legen, da es durchaus geeignet ist, die osteopathische Denk- und Herangehensweise auch interessierten Laien zu vermitteln.

Dr. med. Stanley Frank, Augsburg

 




Maurice César: Osteopathisches Handeln.
Ein autorisierter Zugang zum Bewusstsein des Gewebes.

Buchbesprechung aus „Therapie + Praxis“, Heft 3/09

Der Autor führt langjährig eine eigene osteopathische Praxis in Huy, Belgien, und unterrichtet seit 1989 Osteopathie unter anderem in Belgien, den Niederlanden, Italien und Deutschland.

Sein erstes osteopathisches Fachbuch hat César 1993 veröffentlicht. Das jetzt vorliegende Buch ist die Übersetzung seines zweiten Fachbuches, das zunächst 2007 in französischer Sprache erschienen ist. Der vorliegende Band ist kein Therapie- oder Techniklehrbuch. César befasst sich mit der Frage, was eigentlich osteopathisches Handeln ausmacht. Für ihn ist es nicht die Technik, sondern ganz besonders die der Osteopathie eigenen Philosophie, die konstituierend ist für die besondere Art des Osteopathen, seine Patienten zu behandeln. In dem ihm eigenen, erzählenden Stil beschreibt er seine Sicht auf das Selbstverständnis des Therapeuten, dessen Beziehung zum Patienten und die Behandlung vom ersten Kontakt bis hin zum Abschlussgespräch. Natürlich vermittelt der Autor eine Fülle von detaillierten praxisorientierten Hinweisen zu einer Vielzahl von Diagnosen und Behandlungen.

Wie ein roter Faden zieht sich aber durch die gesamte Abhandlung die Diskussion des osteopathischen Grundverständnisses: die Demut vor der Natur sowie das Vertrauen in das Bewusstsein des Gewebes und die Selbstheilungskräfte des Körpers. César spricht sowohl Osteopathieschüler als auch erfahrene Therapeuten an und regt an zum Reflektieren und Infragestellen des eigenen osteopathischen Handelns. Er teilt seinen umfänglichen Erfahrungsschatz mit dem Leser, um zum Nachdenken und zur eigenen Fortentwicklung anzuregen und daran zu erinnern, was den Osteopathen von anderen Therapeuten unterscheiden kann: „Die anderen drängen eine Korrektur auf. Wir rufen sie hervor.“